Schweizer Franken in Rekordlaune

Wer einen Fremdwährungskredit hat, dem gefällt die Entwicklung nicht: Am Pfingstmontag kletterte der Franken auf einen neuen Höchststand gegenüber Euro und Dollar. Derzeit spricht wenig dafür, dass der Franken bald wieder schwächein könnte. Dafür bleiben die Zinsen in der Schweiz extrem niedrig.

Ein Euro für einen Schweizer Franken? Nein, so weit sind wir noch nicht, aber es geht in diese Richtung. Für einen Euro bekommt man derzeit etwas über 1,20 Franken. 2009 tauschte man einen Euro noch gegen 1,50 Franken. Seitdem geht es aber mehr oder weniger rasant bergab. Durch die Krise von Euro-Staaten wie Irland oder Griechenland erscheint der Franken vielen Anlegern als sicherer Hafen. Sie kaufen daher Franken und verkaufen Euro. Für Fremdwährungskreditnehmer heißt das nichts Gutes: ihre Schulden wachsen.

Ein Hauptargument für Fremdwährungskredite war immer der Zinsvorteil. Zumindest dieser besteht weiterhin. Der Schweizer Leitzins liegt bei nur 0,25 Prozent, während er in der Euro-Zone 1,25 Prozent beträgt. Dieser Unterschied dürfte groß bleiben. Eine Zinserhöhung würde den Franken nämlich noch attraktiver machen.

Genau das will die Schweizer Notenbank aber vermeiden. Denn bei der Wirtschaft des Landes hält sich die Freude über die starke Währung in Grenzen. Die Exporte leiden und für Touristen wird der Urlaub in der Schweiz immer teurer. Bisher konnten die Schweizer aber noch mit gutem Wachstum überzeugen.