Verfasst von Admin am 10. Februar 2007 - 14:21.
Sie stellen sich die Frage, ob man den aktuellen Kursrückgang nicht zum Mitnehmen der schönen Kursgewinne und den Rückwechsel in den Euro nützen sollte. Was sagen dazu die Währungsprognostiker?
• Der bekannteste Währungsguru der Welt ist der Big-Mac-Index (errechnet von der Zeitschrift „Economist"), und der rechnet aus dem teuren Preis des Hamburgers in der Schweiz noch immer eine massive Überbewertung des Schweizer Franken sowohl gegen US-Dollar als auch gegen „Euro-Land" aus.
• Bedächtigere Volkswirtschafter von der UBS sehen den Schweizer Franken allerdings im Moment eher am unteren Ende seiner Möglichkeiten und erwarten nach Abwertung einen stärkeren Franken im Jahresverlauf.
• Christian Pohl von der Devisenplattform FXdirekt Bank formuliert das hingegen in der Sprache der technischen Analysten so: „Der Schweizer Franken wurde in den letzten zwölf Jahren in der Bandbreite von 1,4 bis 1,625 Franken je Euro gehandelt. Bei diesem Wert von 1,625 ist ein massiver Widerstand gegeben, eine noch weitere Abwertung ist daher relativ unwahrscheinlich. Kreditnehmer sollten daher den Franken derzeit gut im Auge behalten. Wenn der Franken die 1,625er-Schwelle durchbricht, ist Gegenbewegung und damit massive Aufwertung des Franken möglich. Als Kreditnehmer sollte man dann entweder die angefallenen Kursgewinne realisieren und in den Euro switchen oder denjetzigen Kurs über einen kürzeren Zeitraum absichern und abwarten. Sollte der Schweizer Franken jedoch nicht an diese Barriere anstoßen, kann man ruhig noch weiterhin den Zinsvorteil ausnutzen, weil eine weitere Seitwärtsbewegung des Schweizer Franken nicht auszuschließen ist."
Fazit: Wer auf der sicheren Seite sein will, stellt jetzt zumindest einen Teil seiner Kursgewinne sicher und konvertiert in den Euro oder wartet als Neo-Kreditnehmer mit dem Einstieg.
Yen ist viel zu billlig

Der Yen hält sich nach wie vor nicht an Vorhersagen und ist in den letzten Jahren immer weiter gefallen. Ein Einstieg wäre derzeit trotz niedriger Zinsen gefährlich
Das sehen auch die Fremdwährungsexperten der Oberbank so: „Wir empfehlen den Einstieg erst, wenn der Schweizer Franken wieder auf ein Niveau von 1,58 bis 1,59 zurückfällt."
Was bieten dazu die Banken konkret an?
Es wurden verschiedene Banken, Sparkassen, Raiffeisenkassen, Hypos, Volksbanken und Vermögensberatern nach Kreditempfehlungen für das Muster-Beispiel befragt, und die hier abgedruckte, hoch offizielle Informationen bekommen.
Betont muss also werden, dass es sich hier um das Beispiel eines Kreditwerbers handelt, der beste Bonität und keine Finanzierungsprobleme hat. Viel bessere Kreditangebote wird man also nicht bekommen; wer eine weniger gute Bonität hat, muss umgekehrt mit höheren Raten rechnen. Die Beispiele sind auch alle mit Stichtag 15. Jänner 2007 ausgefüllt worden, dank Zinsgleitklauseln kann es auch sein, dass es ab dem nächsten Monatsersten aus diesem Grund Anhebungen gibt.
Und wie man der Tabelle entnehmen kann, haben einige (wenige) davon auch einen Schweizer-Franken Kredit definitiv empfohlen. In ihren Kalkulationen kommen sie auf Effektivzinssätze von rund drei bis rund vier Prozent und errechnen eine Kreditgesamtbelastung von 243.696 bis 295.414 Euro. Monatlich ergeben sich daraus Raten zwischen 1.015 und 1.229 Euro.
Sie alle raten also den Kreditnehmern nach wie vor, das Risiko eines steigenden Schweizer Franken zu nehmen und auch das von steigenden Zinsen im Franken. Mag. Gerhard Massenbauer von der Finanzierungsberatung Massenbauer, stellvertretend für diese Gruppe: „Wir sind jetzt in ein neues Zeitalter eingetreten und rechnen mit Franken-Kursen von 1,63 bis 1,65 zum Euro. Der Franken wird in den kommenden Wochen und Monaten keine Probleme für österreichische Fremdwährungskreditnehmer bringen. Nur die Zinsen werden ein bisschen weiter ansteigen."
Für wen die Finanzierungsbeispiele errechnet wurden
Gerhard (35 Jahre, Angestellter) und Andrea Muster (30 Jahre, halbtags Krankenschwester) möchten für sich und ihre beiden Kinder ein Einfamilienhaus am Stadtrand von St. Pölten bauen. Die Gesamtkosten für Grundstück und Bau des Hauses betragen 250.000 Euro. Gerhard und Andrea haben 15.000 Euro in einem Bausparvertrag angespart und darüber hinaus 35.000 Euro von den Eltern als vorzeitige Erbauszahlung erhalten. Der Finanzierungsbedarf beträgt somit 200.000 Euro. Aufgrund der Berufstätigkeit von beiden ist das gesamte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen als ausreichend zu betrachten, was einen komfortablen Finanzierungsspielraum ergibt. Bei der Kalkulation der Ihrer Kreditkonditionen sollten Sie daher von einer erstklassigen Bonität ausgehen.
Ein eventueller Anspruch auf Wohnbauförderung wird hier nicht beachtet. Es sind keine bestehenden Lebensversicherungsverträge vorhanden, die in die Finanzierung eingebunden werden könnten.
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Diese Banken empfehlen für das Musterbeispiel von 200.000 Euro einen Schweizer-Franken-Kredit
(Zum Vergrößern drücken Sie auf das Bild)
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"Mischfinanzierung im Vormarsch"
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