Verfasst von Admin am 12. Mai 2008 - 22:00.
Mehr als jeder vierte private Kreditnehmer ist in Fremdwährung verschuldet. Die privaten Kredite in Yen und Schweizer Franken machen umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro aus. Schon jetzt fallen Kursgewinne (nicht Zinsenersparnisse!) aus Fremdwährungskrediten unter die Spekulationssteuer: „Wer binnen einem Jahr aus dem Euro in eine Fremdwährung konvertiert und wieder zurück in den Euro, muss den Kursgewinn versteuern", erläutert BMF-Sprecher Waiglein, „interessanterweise nicht, wenn er in Fremdwährungen bleibt, also vom Yen in den Franken geht.“
Dies ist bislang kaum Praxis, da die wenigsten Fremdwährungsfinanzierer binnen Jahresfrist hin- und wieder zurückwechseln. Falls jeder Kursgewinn zu versteuern ist - der Wunsch des Finanzstaatssekretärs Matznetter -, könnte dies zu einer rot-weiß-roten Häuslbauer-Kreditkrise führen. Die Belastung wäre gewaltig: Wer etwa die letzten 20 Jahre geschickt zwischen Fremdwährungen (Yen, Schweizer Franken) wechselte, kann sich durchaus 40 Prozent der Schulden durch Währungsspekulationen erspart haben. Das wären bei einem damals Ein-Million-Schilling-Kredit immerhin 400.000 Schilling (29.069 Euro) Kursgewinn. Mit V-Steuer (Vermögenszuwachssteuer) wären es jedoch 100.000 Schilling (7.267 Euro) weniger - viel Geld, wenn man am Limit finanziert! Noch dazu wären die geldknappen Häuslbauer doppelt betroffen: 75 Prozent aller Fremdwährungskredite sind endfällig mit Tilgungsträger, die bespart werden müssen. „Es kann durchaus sein, dass auch auf die Gewinne der Tilgungsträger die 25 Prozent V-Steuer zu bezahlen sind, falls die unbegrenzte Steuerpflicht kommt", so BMF-Sprecher Waiglein.