Verfasst von Admin am 10. Mai 2009 - 17:10.
Kreditverträge mit einer variablen Verzinsung müssen seit 1997 eine Zinsanpassungs- oder Zinsgleitklausel enthalten. Derzeit beispielsweise sinken die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank. Aber das heißt nicht, dass die Kreditzinsen im gleichen Ausmaß fallen. Wie und wann Kreditzinsen fallen oder steigen:
■ Faktoren für die Zinssatzbindung können etwa der Euribor sein (Der Euribor ist ein Leitzins des Geldmarktes und er gibt an, zu welchen Kreditzins sich die Banken untereinander Geld verleihen) oder die SMR (Diese Abkürzung steht für die Sekundärmarktrendite. Sie ist eine Kennzahl des Kapitalmarktes, die die Durchschnittsverzinsung von den im Umlauf befindlichen Anleihen anzeigt).
■ Schauen Sie auf der Homepage der Österreichischen Nationalbank (www.oenb.at) nach, sie veröffentlicht Euribor und SMR. Der Zinssatz für den Kredit, also der Nominalzinssatz bildet sich aus Euribor oder SMR plus Aufschlag (= Marge). Diesen Aufschlag können Sie verhandeln.
■ Schauen Sie in Ihrem Kreditvertrag nach. In der Zinsanpassungsklausel ist geregelt, wann die Zinsen angepasst werden - quartalsweise, halbjährlich oder wie etwa beim Bauspardarlehen nur einmal im Jahr.
■ Es gibt auch Zinsgleitklauseln, die vorsehen, dass sich der Kredit-Zinssatz schneller ändert. Das ist, wenn beispielsweise der Euribor gegenüber dem Vormonat etwa um 0,25 Prozent steigt oder fällt. Das heißt, in diesem Fall kann es sogar monatlich zu einer Anpassung kommen. Diese Art der Zinsanpassung reagiert sehr rasch auf Zinsänderungen am Markt - für die Kreditnehmer ein Vorteil bei fallenden Zinsen, ein Nachteil bei steigenden Zinsen.
■ Kommt es zu einer Zinsanpassung muss Sie die Bank vor der Zinssatzänderung schriftlich informieren - so sieht es das österreichische Bankwesengesetz vor. Die Kreditrate ändert sich dann automatisch - nicht aber die Laufzeit.
■ Bei Unklarheiten sollten Sie sich jedenfalls an die Bank wenden. Nehmen Sie Ihren Kreditvertrag mit, und besprechen Sie die Klausel mit Ihrem Berater. Verlangen Sie eine Aufstellung, aus der die Entwicklung des verwendeten Indikators ersichtlich ist.