Fremdwährungskredite. So wehren Sie sich gegen die Zwangskonvertierung

Neulich in einer Großbank. Der Finanzierungsberater warnt zuerst vor dem stark gestiegenen Franken und setzt dann dem Kreditkunden die Pistole auf die Brust: Entweder das Schweizer-Franken-Darlehen würde sofort in Euro konvertiert, oder der Kunde müsse ab sofort zwei Prozentpunkte mehr Zinsspanne zahlen. Das hieße, dass die Bank den Aufschlag auf den Schweizer-Franken-Libor-Basiszinssatz von bisher einem Prozent auf drei Prozent glatt verdreifachen würde.

Nach solchem Muster verlaufen derzeit viele Kreditgespräche. Dem Kunden wird sozusagen die Wahl gelassen zwischen Pest und Cholera. Entweder man zahlt jahrelang zwei Prozent mehr Zinsen, oder man wechselt jetzt zu einem extrem ungünstigen Wechselkurs in den Euro, wodurch sich das ursprüngliche Kreditvolumen auf einen Schlag um 15 Prozent erhöht. Die beiden Alternativen zeigen klar, dass es der Bank nicht um das Interesse des Kunden geht, sondern um ihr eigenes.

Das oberste Ziel der Banken, aber auch der Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht FMA: Das Volumen an Fremdwährungskrediten soll deutlich reduziert werden. Hintergrund: Die Banken sitzen auch in Osteuropa auf einem Berg an Frankenkrediten. Im Osten wurden sogar anders als im Inland auch Autos und andere Konsumgüter freigebig in eidgenössischer Währung finanziert. Wenn jetzt die Banken die Notbremse ziehen, zahlen die heimischen Kunden den Preis für die Expansion der Banken im Osten.

Banken rechnen mit schwächerem Franken. Falls auch Sie von Ihrer Bank unter Druck gesetzt werden, sollten Sie sich dreimal überlegen, ausgerechnet jetzt aus dem Franken herauszugehen. Sie wechseln dann fast zum Höchstkurs von 1,32 Franken pro Euro. Selbst die Banken rechnen damit, dass der Franken mittelfristig wieder fällt. Die RZB prognostiziert zum Beispiel für März 2011 einen Kurs von 1,35, die US-Investmentbank Morgan Stanley glaubt an 1,40 Franken pro Euro am Ende des kommenden Jahres. Natürlich ist das keine Garantie dafür, dass der Franken wirklich fällt. Es ist durchaus möglich, dass der Franken demnächst ein neues Hoch markiert, wenn ängstliche Anleger eine neue Fluchtwelle in den vermeintlich sicheren Hafen Schweiz auslösen.

Besser als eine Zwangskonvertierung zum Höchstkurs ist es, der Bank anderswo entgegenzukommen. Vielleicht kann man anbieten, den bisher endfälligen Frankenkredit durch monatliche Raten teilweise zurückzuzahlen. Oder, vermutlich noch besser, man offeriert der Bank eine Erhöhung der Raten für den Tilgungsträger. Dann profitiert man von den derzeit noch niedrigen Börsenkursen und kann später mithilfe der Kursgewinne die Höhe des Frankenkredites reduzieren.